Dom 4545m
Teilnehmer: Sigi, Wu, Daniel
Termin:18/19.08.2009
Bericht: Daniel
Auf- und Abstieg: 3100 Höhenmeter
Bis zur Domhütte: 3 Stunden
Bis zum Dom: 5,5 Std. und zurück bis Randa: 6 Std.
Die Auswahlmöglichkeit an attraktiven bergsteigerischen Zielen ist in der Schweiz sehr groß. Eine ganze Reihe der 4000er können aus voll erschlossenen Tälern bestiegen werden. Und doch ist es immer wieder der Dom, der das Ziel vieler Seilschaften ist. Warum? Diese Frage ist schnell beantwortet: Der Dom bietet eine unvergleichliche Kombination: durch seine überdurchschnittliche Höhe (4545m);er ist der höchste Berg, der zur Gänze in der Schweiz liegt! und trotzdem, im Vergleich zu anderen 4000ern, relativ wenig bergsteigerische Schwierigkeiten aufweist. Wobei die Kondition durchaus entscheidend ist, da es über 3100 Höhenmeter im Aufstieg und Abstieg zurückzulegen gilt; somit steht der Dom als eine Herausforderung für jeden Bergsteiger an der Spitze der Schweizer Berge.
Unsere Tour startete am Montag, um ca. 1Uhr 30 in Ebensee. Wuschl ließ es sich nicht nehmen, unser Auto während der 8 stündigen Fahrt über, seiner Meinung nach, wunderschönen Bergstraßen bis zu unserem Ziel Randa zu lenken. Nach einer kurzen Pause mit einer ordentlichen Brettljause und einem sehr netten Kontakt mit einem Einheimischen („Schleicht`s eich ihr Tschechengfrasta“)begannen wir zu Mittag; genau um 12 Uhr, den Aufstieg, der es von Anfang an in sich hatte. Die Temperaturen waren eher badetauglich und nach einiger Zeit mussten wir unser Salzkammerguttempo zurückschrauben und feststellen, dass wir nicht am Sonnstein unterwegs waren. Der Weg wurde immer ausgesetzter und endete kurz vor der Hütte als leichter Klettersteig.
An der Domhütte (2940m) angekommen, gab es gleich mal die ersehnten Abkühlungen (Mineral und Coke), anschließend ein Sonnenbad mit herrlicher Sicht vom Weißhorn bis hin zum Matterhorn. Die Abendgestaltung war eher langweilig, wie es auf solchen Bergen vorprogrammiert ist. Schauen, dass man beim Essen zumindest für ein paar Minuten genügend Platz bekommt, ein paar Gläser Rotwein trinken (natürlich nur für den Blutdruck) und dann noch die Chance ergreifen, in den viel zu engen Schlafsälen zu ein paar Stunden Schlaf und Ruhe zu kommen.
Um drei Uhr wurden wir geweckt und nach einem kurzen Frühstück ging es wie in Trance über Geröllhalden und einen zerklüfteten Gletscher in Richtung Festijoch. Oben angelangt wurde es rund um uns hell und wir konnten einen wunderbaren Sonnenaufgang beim Aufstieg über den leicht eisigen, aber nicht allzu schwierigen Festigrad miterleben.
Sigi hatte kurzzeitig Bedenken, sich diesen „Sch…“ anzutun, aber mit der Aussicht auf „do konst sowieso ned umdrah“ konnten wir ihn leicht überzeugen weiterzugehen.
Die letzten 500 Hm zeigte sich der Berg von seiner steileren Seite, unsere Schritte wurden kürzer und langsamer, unser Atem tiefer. Langsam kämpften wir uns höher, jeder Meter wollte mit Schweiß verdient sein. So erreichten wir das obere Ende des Festigrates und nach einer kurzen Pause ging es die letzten 100m auf den Gipfel.
Die Gipfelfotos gemacht, ging es runter über den Normalweg. Unsere Schritte wurden erstaunlich schnell. Kaum zu glauben, dass ein Schritt Abstieg uns noch vor einer Stunde drei Schritte Aufstieg gekostet hatte. Diesmal nahmen wir uns auch Zeit, um uns unsere nächsten Ziele auszusuchen. Dort sind schon einige Kandidaten in der engeren Auswahl (Weißhorn, Matterhorn,…..).
Eine kurze Pause bei der Domhütte, um zu zahlen, und weiter ging es, um die restlichen 1600 Höhenmeter runterzuspulen. Die letzten Kilometer wollte uns Sigi noch zeigen, welch ein Naturbursche er ist und zog sich glatt die Bergschuhe aus und ging barfuß. Dabei erntete er unseren vollen Respekt.
Nach ca. 11 Stunden saßen wir wieder im Auto unterwegs Richtung Heimat. Wuschl konnte am Heimweg nicht genug vom Höhenmetersammeln bekommen und überfuhr, wie es uns vorkam, jeden Gebirgspass, den er auf der Karte finden konnte. Um halb eins in der Früh, 48 Stunden nach der Abreise, erreichten wir gesund und wirklich müde Ebensee.